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Teststreifen:

Diabetiker zahlen Teststreifen zu Unrecht selbst
23.10.07 - Ein Viertel aller gesetzlich Krankenversicherten, die an Diabetes mellitus Typ 2 leiden, muss für seine Blutteststreifen selbst aufkommen, obwohl die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden müssten.
Ist eine Blutzuckerselbstmessung erforderlich, muss sie von den Krankenkassen bezahlt werden. Foto: AOK
Ist eine Blutzuckerselbstmessung erforderlich, muss sie von den Krankenkassen bezahlt werden. Foto: AOK
Dies ist das überraschende Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von TNS Healthcare. "Die Tatsache, dass 25 Prozent der Befragten angeben, sie müssten ihre Blutzucker- Teststreifen selbst zahlen, ist ein Skandal", kritisiert der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB) Manfred Wölfert. "Den Patienten wird zu Unrecht in die Tasche gegriffen."

Durch die Umfrage sollte eigentlich nur herausgefunden werden, wie die Patienten den Nutzen der Blutzuckerselbstmessung einschätzten. Der dabei zu Tage getretene Missstand dokumentiere, welche Auswirkungen die permanente Verunsicherung der behandelnden Ärzte habe, die fälschlich Regresse - in diesem Fall durch die Verordnung von Teststreifen - fürchteten.

AVWG falsch interpretiert



Der DDB-Bundesvorsitzende vermutet hinter dem hohen Anteil von Selbstzahlern eine missverstandene Regelung des Arzneimittelversorgungs- Wirtschaftlichkeitsgesetzes. Es sieht bei der Verordnung bestimmter Arzneimittel Bonus-Malus-Regelungen für Ärzte vor. "Teststreifen sind jedoch keine Arzneimittel. Die Regelung gilt also für sie nicht", betonte er.

Wölfert warnte davor, in der Diabetesbehandlung an der falschen Stelle zu sparen. Die gesetzlichen Krankenkassen geben schon heute jährlich rund 3,5 Milliarden Euro für die Diabetestherapien und knappe 10 Milliarden für seine Folgeerkrankungen aus.

Positive Wahrnehmung der selbstständigen Blutzuckermessung



In der Umfrage sahen 54 Prozent der Diabetiker in der Blutzuckerselbstmessung ausschließlich und 32 Prozent überwiegend Vorteile für die Kontrolle des Behandlungserfolgs.

"Vielleicht erklärt diese außerordentlich positive Bewertung auch, weshalb viele Patienten offenbar ohne zu murren in die eigene Tasche greifen, um sich die Teststreifen zu sichern", vermutet Wölfert. "In Ordnung ist es dennoch nicht: Wenn ein Arzt die Blutzuckerselbstmessung für erforderlich hält, dann muss sie auch von den Kassen bezahlt werden."

Quelle: Deutscher Diabetiker Bund



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