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Diabetes mellitus Typ II

Typ II


Was ist Typ II Diabetes

Oft wird der Typ II Patient falsch erkannt!

Die Ursachen des Typ II Diabetes mellitus wird in einer erworbenen oder angeborenen Insulinempfindlichkeit (Insulinresistenz) gesehen.
Durch Überernährung mit nachfolgender Fettsucht wird in den Industrieländern der Typ II Diabetes zugeordnet, dies erscheint mir als eine zu einfache Antwort. Für die meisten Autoren sind dies die gängigsten Antworten auf die Frage nach dem Typ II Diabetes mellitus.
"Genauso wie der Spruch nehmen Sie einige Kilo ab, dann stimmt auch Ihr Blutzucker wieder"

Schön wäre es denn:

Eine Überernährung führt zu einem vermehrtem Glukoseangebot.
Nun folgt wegen der Insulinempfindlichkeit einerseits, und wegen dem Glukoseüberangebot ( Umwandlung der Nahrung in Glukose) anderseits, dass die Bauchspeicheldrüse verstärkt arbeiten und mehr Insulin zur Verfügung stellen muss. Diese verstärkte Mehrarbeit führt auf lange Sicht zu einer Erschöpfung der ß-Zellen und durch entsprechende genetische Veranlagung zum Auftreten eines Typ II Diabetes mellitus.
Nach den neuesten Studien entsteht der Typ II Diabetes dann mit einer Latenz von 5 bis 10 Jahren aus dem metabolischen Syndrom also keinesfalls plötzlich. Kann ich dies als Betroffener erkennen? Eine sehr gute Frage, die ich später beantworte.

Gekennzeichnet ist der Typ II Diabetes durch.

Fettsucht durch Überernährung
Fettstoffwechselstörung
Bluthochdruck
Häufig auch hohe Harnsäurewerte, gelegentlich verbunden mit Gichtanfällen
In der Familie bekannter Diabetes
Der leider als ein bisschen Alterszucker abgetan wird

Durch diese Faktoren wenn sie nicht behandelt werden kommt es dann im Laufe der Jahre zum Typ II Diabetes, mit all seinen Nebenwirkungen.

Erschreckend ist in diesem Zusammenhang auch, dass Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu diesem Krankheitsbild des Typ II Diabetes führt.

Hauptgründe für die Entstehung des metabolischen Syndroms sind:

Übermäßiges Essen mit Adiposidas (Übergewicht)
Zunehmender Bewegungsmangel

Das Übergewicht:

Besonders die zentrale Fettsucht (Apfelform) stellt eine gefährliche Form der Fettsucht dar. Sie ist mit einem deutlich erhöhtem Risiko für arteriosklerotischen Gefäßschäden behaftet.

Für die Entstehung der Fettsucht sind verschiedene Faktoren verantwortlich wie:

Die Vererbung
Die Ernährung durch zu hohe kalorienreiche Kost
Eine mangelnde Bewegung
Sowie entdeckte Hormone:
Letin
Resistin

Die Hormone werden vom Fettgewebe selbst seziert, und spielen eine wichtige Rolle, sie fördern vermehrt die Entwicklung der Fettzellen.
Eine manchmal zu schnelle Aussage, Sie sind zu Dick, nehmen Sie ab dann reguliert sich Ihr Blutzucker von selbst ist in manchen Fällen falsch. Eine solche Aussage kann die Motivation eines Betroffenen vollkommen zum Erliegen bringen.

Wie kann ich nun die Erkrankung erkennen:

Bei den Krankheitssymptomen muss man wieder zwischen Typ I und Typ II Diabetes unterscheiden.
Der Typ II Diabetes kann anfänglich völlig beschwerdefrei verlaufen. So wird er meist zufällig diagnostiziert. Häufig stellt der Augenarzt bei einer Untersuchung des Augenhintergrundes bereits Folgeschäden fest, die sich dann bei weiterer Abklärung als Folgeschaden (kann zur Erblindung führen) des Diabetes herausstellen.

Je nach Ausmaß des vorhandenen Insulinmangels können sich mehr oder weniger deutliche Symptome zeigen und gefunden werden wie:

Vermehrter Durst durch häufiges Wasserlassen
Gewichtsabnahme
Wadenkrämpfe (wird oft falsch gedeutet)
Sehstörungen
Schlecht heilende Wunden
Juckreiz im Genitalbereich

Was ist nun die Insulinresistenz:

Nicht der Typ II Diabetes selbst, sondern die Unempfindlichkeit (Insulinresistenz) auf das Körpereigene Insulin wird in der Anlage vererbt.
Durch das Übergewicht und der daraus entstehenden Fettsucht mit den entsprechenden Fettstoffwechselstörungen wirkt das eigene Insulin nicht mehr an den Stellen, wo es gebraucht wird:

In der Muskulatur
In der Leber
In dem Fettgewebe

Durch das verminderte Ansprechen der Organe wie Leber, Muskulatur, Fettgewebe, versucht der Körper über die ß-Zellen zunächst durch eine vermehrte Ausschüttung von Insulin dies wett zu machen. Dies führt über kurz oder lang zur Erschöpfung verbunden mit hohen Blutzuckerwerten.
Gleichzeitig werden durch anfängliche hohe Insulinspiegel im Blut die Insulinrezeptoren (Insulinfühler) an den Zellen von Leber, Muskulatur, und Fettgewebe abgebaut.
Trotz vermehrter Insulinproduktion kommt es nach Jahren zum Zusammenbruch.


Die Diagnose:

Blutzucker und Harnzucker (Urin)

Zwei Laborwerte werden zur Diagnose herangezognen:
Der Blutzuckerwert (Nüchtern)
Der Harnzuckerwert (Urin)

Der Blutzuckerwert eines gesunden Menschen liegt nüchtern unter 110 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) und steigt nach einer Mahlzeit auf maximal 140 mg/dl an.
Oberhalb eines Nüchternblutzuckers von 110 mg/dl spricht man von einer diabetischen Stoffwechsellage.

Der Blutzuckertest:
Mit den heutigen modernen Blutzucker - Messgeräten ist die Blutzuckerkontrolle relativ einfach. Ein kleiner Piks in die Fingerbeere genügt um den Glukosespiegel (Blutzucker) im Blut sicher zu bestimmen.
Leider bekommt der Typ II Diabetiker die Teststreifen für die Messung des Blutzuckers nicht vom Arzt verschrieben.
Ihr Arzt kann für diese Miesere nichts, es liegt an unserer Gesundheitspolitik. Durch die heutige politische Maßnahme wird der Patient wieder gezwungen seinen Blutzucker mit dem Harnstreifen zu messen. Dies hatten wir in den 70er Jahren schon einmal.

Der Harnzuckertest (Urin):

Ab einem Blutzucker von ca. 160 bis 180 mg/dl kann die Niere den Zucker nicht mehr vollständig zurück halten, so dass mit dem Urin mehr oder weniger größere Mengen Glukose ausgeschieden wird. Das bedeutet, dass mit dem Harnzuckerteststreifen erst ab dieser hohen Blutzuckerkonzentration gemessen werden kann.
Es liegt also von vorneherein ein hoher Blutzuckerspiegel vor.
In den 70er Jahren merzte man diese Messmethode aus um Folgeschäden zu vermeiden, in der heutigen Zeit wird sie wieder durch die Gesundheitspolitik eingeführt.

Der Nachweis:

Der Nachweis eines Diabetes mellitus erfolgt nicht durch die einmalige Blutzuckerbestimmung, wenn nicht weitere eindeutige Zeichen eines entgleisten Stoffwechsels vorliegen wie:
Zucker im Urin > 160 bis 180 mg/dl
Ketonkörper im Urin
Typische Symptome

Ein manifester (gesicherter) Diabetes liegt vor bei folgenden Werten:

Nüchternblutzucker zweimal über 110 mg/dl leider mit dem Harnzuckerteststreifen nicht messbar.
Ein postprandialer Blutzucker im Kapillarblut über 200 mg/dl.

Ein Nüchternblutzuckerwert von 110 mg/dl kapiläres Vollblut-Fingerbeere, entspricht einem venösen Blutzuckerwert von 126 mg/dl.


Oraler Glukose Toleranztest (OGTT)

Dieser Test sollte nur im Zweifelsfalle durchgeführt werden wenn der Nüchternblutzuckerwert zwischen 95 und 110 mg/dl liegt.
Der Patient erhält morgens nüchtern nach der ersten Blutentnahme 75g Glukose (Traubenzucker), gelöst in 300 ml Wasser oder Tee.
Diese Lösung muss innerhalb 10 Minuten langsam getrunken werden (kein Sturztrunk).
Eine weitere Blutentnahme erfolgt 60 und 120 Minuten nach Trinkbeginn.
Diese Messungen müssen mit einer qualitäsgesicherten Methode durchgeführt werden.

Ein Diabetes mellitus besteht wenn:

Der kapilläre Nüchternblutzucker aus denm Vollblut über 110 mg/dl liegt
und der 2-Sunden Blutzuickerwert über 200 mg/dl.

Ein lediglich pathologische Glukosetoleranz besteht wenn:

Der Nüchternblutzucker unter 110 mg/dl und
der 2 Stunden-Blutzuckerwert zwischen 140 mg/dl und 200mg/dl liegt.

Kein hinweis für eine Glukoseverwertungsstörung besteht wenn:

Sowohl der Nüchternblutzucker unter 110 mg/dl als auch
Der 2-Stunden-Blutzucker unter 140 mg/dl liegt.




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